Was da eigentlich driftet
Ein Analogstick besteht aus zwei Potentiometern, eins für links-rechts, eins für oben-unten. Jedes ist ein winziger Kohlebogen, über den ein Metallschleifer gleitet. Die Position des Schleifers bestimmt eine Spannung, der Controller macht daraus einen Wert zwischen -1 und 1, und das Spiel liest diesen Wert sechzigmal pro Sekunde oder öfter. Steht der Stick in der Mitte, sollte auf beiden Achsen null herauskommen.
Drift heißt: Der Ruhewert ist nicht mehr null. Der Schleifer hat eine Rille in die Kohlebahn gerieben, die Zentrierfeder hat nachgelassen oder Staub ist unter die Kappe gewandert. Der Stick steht dann physisch zum Beispiel bei 0,07 auf der X-Achse. Das Spiel versteht das als sanften Druck nach rechts, und weil dieser Druck nie aufhört, hört auch die Bewegung nicht auf.

Welche Controller am stärksten driften
Alle Potentiometer-Sticks verschleißen, manche aber schneller. Am schlimmsten sind die originalen Joy-Con der Nintendo Switch: Sie driften oft schon nach einem Jahr regelmäßigen Spielens, weil Schleifer und Bahn sehr klein sind. DualSense und DualShock 4 von Sony nutzen ein Standardmodul von ALPS, das für rund zwei Millionen Zyklen ausgelegt ist. Klingt viel, bis du zählst, wie oft sich ein Stick in einer Shooter-Session bewegt. Controller der Xbox Series und Xbox One verbauen Module aus derselben Familie und verschleißen ähnlich, meist zuerst links, weil dieser Stick fürs Laufen zuständig ist.
Controller mit Hall-Effekt- oder TMR-Sticks messen die Position mit Magnet und Sensor statt mit einer Kohlebahn. Da reibt nichts, also entsteht auch kein Drift. Die meisten Gamepads von 8BitDo, GameSir und anderen neueren Drittherstellern setzen darauf; DualSense Edge, Xbox Elite und die normalen Switch-Joy-Con dagegen nicht.
So misst du Drift genau
Nach Gefühl im Spiel zu schätzen bringt wenig, denn jedes Spiel legt seine eigene Deadzone darüber. Der Browser-Test auf dieser Seite liest den Rohwert, den der Controller meldet. Leg den Controller auf den Tisch, öffne den Stick Drift Test und drück auf Start. Zehn Sekunden lang zeichnet die Seite auf, wie weit jeder Stick ohne Berührung von der Mitte abweicht, und zeigt dann Maximum und Durchschnitt in Prozent.
- Unter 2 %: normal. Das blendet jedes Spiel aus.
- 2 bis 8 %: beginnender Verschleiß. Spiele mit kleiner Deadzone wie Rocket League oder Apex zeigen ihn bereits. Eine angepasste Deadzone kaschiert ihn vorerst.
- Über 8 %: echter Drift. Er wird schlimmer. Plan eine Reparatur ein.

Was der Wert für deine Spiele bedeutet
Die meisten Spiele haben ab Werk eine innere Deadzone zwischen 10 und 20 %. Ein Stick mit 5 % Drift fällt dort gar nicht auf, sondern erst in Spielen, in denen du die Deadzone senken kannst. Die Messung verrät dir die kleinste Deadzone, die deinen Drift verschwinden lässt: den höchsten Ruhewert plus etwas Puffer. Trag sie im Spiel, in Steam Input oder in den Systemeinstellungen ein, und das Kriechen hört auf. Der Preis ist ein etwas größerer toter Bereich um die Mitte.
Brauchst du mehr als 15 bis 20 % Deadzone, wird feines Zielen um die Mitte schwammig. Dann ist eine dauerhafte Lösung fällig: Neuzentrierung per Firmware bei PlayStation-Controllern, Kalibrierung im System bei der Switch oder ein neues Stick-Modul. Unsere Kalibrierungsseite führt dich durch jede Variante.
Häufige Fragen
Kann Stick Drift von selbst verschwinden?
Manchmal. Drift durch Schmutz löst sich, wenn du den Stick ein paar Dutzend Mal kräftig kreisen lässt oder ihn mit Druckluft ausbläst. Drift durch eine abgenutzte Kohlebahn kommt nicht wieder in Ordnung.
Driften beide Sticks gleichzeitig?
Selten. Der linke Stick verschleißt schneller, weil er in fast jedem Spiel die Bewegung steuert. Teste trotzdem beide: Drift rechts zeigt sich als Kamera, die sich langsam von selbst dreht.
Fällt Drift unter die Garantie?
Sony, Microsoft und Nintendo behandeln Drift innerhalb der Garantiezeit als Mangel. In der EU repariert Nintendo driftende Joy-Con sogar nach Ablauf der Garantie kostenlos.
